Dienstag, 20. Juni 2017



CISTERTIUM MATER NOSTRA




Mit freundlicher Genehmigung der Schweizer Abtei Frauenthal O.Cist.

MARIA, SIDUS GEMMAQUE VIRGINUM,
CISTERCIENSES DIRIGE SUBDITOS,
QUI TE PATRONAM CONFITENTUR
AEDIBUS, OFFICO, FERVORE.

21. JUNI

PATET PORTA MAGIS COR

KLOSTER HIMMELPFORT
B.M.V. de Coeli Porta S.O.Cist.

Unter dem Titel einer virtuellen Cella ( eine Cella ist die kleinste mögliche Klostereinheit ) soll das Andenken an ein demütiges Cisterzienserkloster in der Mark Brandenburg aufleben. B.M.V. de Coeli Porta Himmelpfort ) war die letzte und kleinste Neugründung der Abtei Lehnin. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Himmelpfort ) Spät gegründet, mit problematischen Ländereien auestattet, die sich teilweise in verschiedenen Herrschaftsbereichen befanden, hat diese kleine Schule des Herrendienstes wenig gute Zeiten erlebt. Schließlich ging sie in den Wirren der lutherischen Revolution unter.- Wenig ist übrig geblieben: ein ruinenhaftes Kirchenschiff, ein stark veränderter Ostchor, der heute der evangelischen Gemeinde Himmelpfort als Pfarrkirche dient und ein Brauereigebäude, das vor einigen Jahren abbrannte.- Die Beiträge in diesem Blog werden vorzüglich aus dem liturgischen Bereich der Cisterciensergewohnheiten bestehen. Möglicherweise kann es auch einmal Mitteilungen aus der übrigen benediktinischen Familie geben. Cistercienserenthusiasten und andere Gäste sind herzlich willkommen.

Cella B.M.V. de Porta Coeli wird bis voraussichtlich bis zum 05. Juli unregelmäßig erscheinen. Ich bitte alle Leser um Nachsicht.

Friede allen! Frater Alberich

MARTYROLOGIUM CISTERCIENSE

21. JUNI – Zu Rom die heilige Jungfrau Demetria. Wegen des Glaubens an Christus, schleppte man sie vor den gottlosen Kaiser Julian. Im Bekenntnis zum Herrn hauchte sie ihren Geist aus.
Zu Syrakus auf Sizilien der Heimgang der heiligen Blutzeugen Rufinus und Martia.In Afrika die heiligen Martyrer Cyriacus und Apollinaris.
In gleichen Tage zu Caesarea in Palestina der heilige Bekenner Eusebius, Bischof von Samosata. Ein Geschichtsschreiber und ein Mann von großem Scharfsinn.Im Gebiet von Evreux der heilige Abt Leutfried. Als Denkmal seiner außergewöhnlichen Heiligkeit, entsprang auf seine Gebete hin eine Quelle. Ferner anderwärts eine große Anzahl anderer heiliger Martyrer, Bekenner und Jungfrauen. R. Dank sei Gott.

LESUNG AUS DER REGEL UNSERES


HLST. VATERS BENEDIKTUS

Kapitel 17 – Die Psalmen im Gottesdienst am Tag

21. JUNI - Für die Vigilien und die Laudes haben wir die Ordnung des Psalmengesanges bestimmt; wenden wir uns nun den folgenden Gebetszeiten zu. Zur Prim singt man drei Psalmen, und zwar einzeln, nicht unter einem einzigen "Ehre sei dem Vater". Zuerst singt man den Vers "O Gott komm mir zu Hilfe" (Ps 70,2); es folgt der Hymnus dieser Gebetszeit. Dann beginnen die Psalmen. Nach den drei Psalmen werden eine Lesung vorgetragen, der Versikel, das "Kyrie eleison" und er Abschluss.
Die Gebetszeiten der Terz, Sext und Non werden in der gleichen Ordnung gefeiert, das heißt, es folgen aufeinander der Vers, der Hymnus der Gebetszeit, drei Psalmen, eine Lesung, der Versikel, das "Kyrie eleison" und der Abschluß. Wenn die Gemeinschaft größer ist, singt man die Psalmen mit Antiphonen, ist sie kleiner, singt man sie ohne Unterbrechung.
Für die Feier der Vesper werden vier Psalmen mit Antiphonen festgesetzt, Nach den Psalmen werden eine Lesung vorgetragen, dann das Responsorium, ein Hymnus des Ambrosius, der Versikel, das Canticum aus dem Evangelium, die Litanei und als Abschluss das Gebet des Herrn. Für die Komplet werden drei Psalmen festgesetzt; diese Psalmen betet man ohne Unterbrechung und ohne Antiphon. Es folgen der Hymnus dieser Gebetszeit, eine Lesung, der Versikel, das "Kyrie eleison" und das Segensgebet als Abschluss.

MENOLOGIUM ( HEILIGENVERZEICHNIS )
DES HL. CISTERCIENSERORDENS

21. JUNI – Gedenden an den seligen Konstantin, Konversbruder in Clairvaux. Der hl. Bernhard bewahrte ihn vor dem Galgen und machte aus einem Verbrecher einen Heiligen.
( Nach dem Menologium von P. Adolf Dietrich S.O.Cist.)


DREIZEHNLINDEN
Im folgenden etwas für das Gemüt. Auszüge aus dem
romantischen Epos von Karl Friedrich von Weber über die segensreiche Tätigkeit der Benediktiner in deutschen Lande.
DIE METTE
Aus den Tannenwipfeln ragte
Eines Türmleins spitzer Kegel,
First und Giebel eines Klosters
Nach Sankt Benediktus' Regel.
*
Künde nun, mein Lied, gebührlich
Auch der Klosterbrüder Namen,
Wie sie nach den würd'gen Vätern
Pflichtgetreu zur Mette kamen.
Erstlich Hildegrim, der große.
Auf dem Füllenhof am Deister
War er Lehrling bei dem klugen
Hadubald, dem Maurermeister.
Doch zu stark, zu derb, zu trutzig,
Stets verstrickt in Zank und Raufen,
Schlug er jeden Stein in Stücke,
Und der Alte ließ ihn laufen.
Lange lief er durch die Lande,
Lief in Walafrieds, des Katten,
Speergefolge bis zum weiten
Mauerring der Tiberratten.
Und die Römerinnen lachten,
Schritt er, ob der Julihitze,
In der großen grauen Wildschur
Und der großen grauen Mütze;
Lachten, wenn des Leibes Länge
Er am Titusbogen zeigte
Und mit seinem roten Kopfe
Schier bis an die Wölbung reichte.
Weiche, seidne Römerinnen,
Sammetweiche Tiberkätzchen,
Gern am Fell des deutschen Bären
Hättet ihr versucht die Tätzchen!
Ärgert' ihn das Däumlingsvölkchen?
War zu heiß die Wildschurkappe?
Hastig über Berg' und Bäche
Lief zum Füllenhof der Knappe.
Pfeifend wußt' er wilder Hengste
Ungestüm und Trotz zu stillen,
Pfeifend von entlegner Weide
Herzulocken Stut' und Füllen.
Wanderlust, du krankes Heimweh!
Einem welschen Mann verdungen,
Führt' er edle Holstenrosse
Fern nach Mailands Niederungen.
Lustig läutend zog die Koppel
In des Sollings Talgewinden;
Plötzlich brachen Raubgesellen,
Wolfsgesichter, aus den Gründen.
Kurzer Kampf und lange Wunden!
Tot der welsche Fahrtgenosse,
Tot im Grase sieben Knechte,
Und der Wald verschlang die Rosse.
Erich sah's mit einem Auge,
Denn das andre war durchstochen
Und von eines Schächers Keule
Arm und Hüftgelenk zerbrochen.
Spät am Abend fand ein Siedler
Den Zerschlagnen. Hilfe spendet
Kraut und Band, doch blieb der Gute
Halbgelähmt und halbgeblendet.
Pförtner war er jetzt im Kloster;
Und als ihn der derbe Brauer
Unwirsch einen Maulwurf nannte,
Seufzt' er tief und dacht' in Trauer:
»Schöner war's, die Marsch durchfliegen
Im Galopp mit Peitschenknalle:
Flinke Füße, lahme Füße,
In die Grube gehn sie alle.«
Hinter ihm der Bruder Waltram,
Derber Stumpf mit kurzem Kragen
Aus dem Hügelland der Engern,
Wo die Sattelhöfe lagen.
Stark wie er gedieh kein Range
In den weiten Sachsengauen;
Eisenfeste breite Kiefer
Zeigten den Beruf zum Kauen.
Pförtner war er jetzt im Kloster;
Und als ihn der derbe Brauer
Unwirsch einen Maulwurf nannte,
Seufzt' er tief und dacht' in Trauer:
»Schöner war's, die Marsch durchfliegen
Im Galopp mit Peitschenknalle:
Flinke Füße, lahme Füße,
In die Grube gehn sie alle.«
Hinter ihm der Bruder Waltram,
Derber Stumpf mit kurzem Kragen
Aus dem Hügelland der Engern,
Wo die Sattelhöfe lagen.
Stark wie er gedieh kein Range
In den weiten Sachsengauen;
Eisenfeste breite Kiefer
Zeigten den Beruf zum Kauen.
Rühmt' er gleich den großen Herzog
Widukind als seinen Öhmen,
Mocht' er lieber doch zum Löffel
Als zur Lanze sich bequemen.
Lange sann sein lieber Vater,
Maß den breiten Kopf des Knaben:
Kann nicht auch ein Sattelmeier
Ein gelehrtes Söhnlein haben?
Guter Waltram! Tag' und Nächte
Kaut' er grimmig an der Feder,
Tag' und Nächte an des Cato

Und Donatus
 hartem Leder.
Jeden lassen milde Sterne
Schließlich doch sein Plätzchen finden:
Küchenmeister ward der Brave
Im Konvent zu Dreizehnlinden.
An die Heimat dacht' er gerne:
»Dort im Land der Sattelmeier,
Auf den Brüchen an der Else
Sucht man jetzt die Kibitzeier;
Fastenspeise! Zwar genießbar
Ist die Weit in manchen Stücken,
Und mir deucht, zum Osterfeste
Gibt es einen Hirschkalbsrücken.« –
Hurtig folgt' ihm Bruder Wido.
So viel Märlein und Geschichten,
Rätselfragen, Klosterscherze
Wußte keiner zu berichten;
Keiner wußte so behende
Durch gewandtes Fingerbeugen
Auszusprechen stumme Worte,
Wenn die Pflicht befahl zu schweigen
Aufwärts von der spitzen Nase
Strebte spitz das Brauenpärlein,
Aufwärts von dem spitzen Munde
Spitz des gelben Bartes Härlein.
Wo am Fuß der alten Iburg
Kocht und braust der Wunderbronnen,
Half er winterlang dem Vater
Näh'n, was Sachsenfrau'n gesponnen;
Sommers trieb er Schaf und Ziege
Ins Gebirg, ins grüne Futter,
Doch zur Klosterzelle führten
Eigner Wunsch und Rat der Mutter.
Glücklich warst du, kleiner Wido!
Was dein harmlos Herz verlangte,
Alles hattest du gefunden,
Eins nur war, wovor dir bangte:
Vor der mißlich schweren Arbeit
An dem Rock des langen dicken
Ungeheuern Pater Ivo
Mit dem ungeheuern Rücken. –
Bruder Ailrat schloß die Reihe.
Wo am Frieseninselstrande
Zornig nagt die Nordseewoge,
Lief der Knab' im Dünensande.
Tapfres Volk erzieht das Wasser!
Aus des Vaters Fischernachen,
Schwertgenosse rauher Männer,
Sprang er auf des Wikings Drachen.
Und bei Thor und Odin fluchend,
Fuhr er aus nach Beut' und Ehre,
Zwischen Miklagard und Finnland,
Lustig durch die Sund' und Meere.
Jedem ist sein Tag beschieden!
Hoch im Nord an Schottlands Klippen
Brach der dunkle Wellenwühler
Fortgeschleudert Hals und Rippen.
Keichend stritt der junge Räuber
Mit den heisern Wasserwölfen,
Doch umsonst; umsonst beschwor er
Alle Götter, ihm zu helfen.
Sinkend schrie er nach dem Kreuze!
Jedem ist sein Tag beschieden:
Schiffbruch bracht' ihn in den Hafen,
Sturm und Streit zum rechten Frieden.
Beda fand im Uferginster
Den erschöpften, bleichen Schwimmer,
Pflegt' und lehrt' ihn, sanftern Lehrer,
Stillern Schüler gab es nimmer.
Frommer Dienste, holder Pflichten
Hatten beide jetzt zu warten:
Beda in der Krankenzelle,
Ailrat in dem Klostergarten.
Und nun beugt' er sich und dachte:
»Alleluja! Wellentosen
Trägt nur Schaum; auf meinen Beeten
Blühn der Liebe rote Rosen!« –
DIE REGEL DES HL. BASILIUS
H. AUFNAHME UND ENTLASSUNG
3. Vom Austritt
Denen, die einmal gelobt haben, gemeinsam miteinander zu leben, ist es nicht erlaubt, sich ohne weiteres zu entfernen; denn es kann einer nur zwei Gründe haben, nicht in seinem Entschluß zu verharren: entweder weil aus dem Zusammenleben für ihn Nachteil entspringt oder weil er unbeständigen und wankelmütigen Sinnes ist.
Wer sich nun wegen des Nachteils von den Brüdern trennen möchte, der halte die Ursache nicht bei sich geheim, sondern decke den Nachteil auf nach der vom Herrn überlieferten Weise: „Hat dein Bruder wider dich gesündigt, so gehe hin und stelle ihn unter vier Augen zur Rede.“ Wird in der Folge das von ihm Verlangte gebessert, so hat er nicht allein die Brüder gewonnen, sondern entbehrt auch ihre Gemeinschaft nicht;sieht er aber, daß sie im Bösen verharren und sich keiner Verbesserung befleißen, so zeige er es denen an, die darüber zu urteilen vermögen, um dann, wenn er das Zeugnis mehrerer für sich hat, auszutreten. Nun trennt er sich aber nicht mehr von Brüdern, sondern von Fremden, da der Herr den im Bösen Verharrenden mit einem Heiden und öffentlichen Sünder vergleicht. „Ein solcher“, sagt er, „sei dir wie ein Heide und öffentlicher Sünder.“

LITURGISCHER KALENDER O. Cist. - JUNI
nach der Ordnung von 1963

21. - Vir./Nigr. - Fer. 4 – De ea - OFFIZIUM MENSE - Laud. Com. B.M.V - In mis. conv. - missa 3 de requiem – or. una Praesta…- Praef. defunctorum -
mis. lect. de Dom. 2 post Pent. - or. una - Praef. communis – Vesp. de fer. - Com. S. PAULINI, EP. & CONFES. Sacerdos et Pontifex…& B.M.V -

21. - grün / schwarz - Mittwoch - Fer. IV - de ea - Ferialtag - OFFIZIUM MENSE - in Laudes: Com. B.M.V - Konventmesse: missa 3 de requiem - 1 Oration Praesta…- Präf. defunctorum - in missa lecta: vom 2. Sonntag n. Pfingsten - kein Gloria - 1 Oration - kein Credo – Präf. communis - Vesp. vom Tag - Com. des HL. PAULINUS, BISCHOF & BEKENN. Sacerdos et Pontifex…& B.M.V -


HINWEIS

Die Angaben zur jeweiligen Tagesmesse beziehen sich auf das Cisterciensermissale. Es ist in dankenswerter Weise von Enthusiasten aus dem Umfeld der Abtei Mariawald ( Cistercienser von der strengeren Observanz ) veröffenlicht worden. Die Übersetzungen ins Deutsche sind im vollen Gange. Hier wird man fündig:www.mariawalder-messbuch.de Etwas wunderlich ist die Bezeichnung MARIAWALDER MESSBUCH. Wir haben es aber hier ganz einfach mit dem MISSALE CISTERCIENSE zu tun, das bis zur liturgischen Revolution nach dem Vat.II von beiden Cistercienserobservanzen benutzt wurde.
Zu diesem Missale ist folgendes zu sagen: Schon im 17. Jahrhundert wurde offensichtlich, daß viele Priestermönche des Cistercienserordens den römischen Ritus ihrem eigenen cisterciensischen vorzogen. Obwohl noch das Konzil von Trient (1545-1563) die Eigenriten bestätigt hatte, konnten die Generalkapitel des 17. Jahrhunderts nur noch teilweise verhindern, daß das Missale Romanum auch in den Klöstern des Ordens gebraucht wurde. Die neu herausgegebenen Meßbücher ab 1657 waren im Grunde Ausgaben des Missale Romanum mit cisterciensischen Adaptationen.
Die Unterschiede sind aber gar nicht so klein, wie gerne behauptet wird. Es gibt Heiligenfeste mit Texten, die das Missale Romanum nicht kennt. Mitunter sind auch an Sonntagen des Kirchenjahres die Perikopen und Texte der Meßgesänge nicht identisch. Bei gemeinsamen Heiligenfesten sind mitunter einzelne Texte der Meßgesänge verschieden. Verschieden sind auch die Weiheriten der Kerzen an Lichtmeß, am Aschermittwoch und Palmsonntag. Die Karfreitagsliturgie hat stellenweise ihre eigene Form, sowie die Feier der Osternacht.
Es ist also noch viel Eigengut im Cisterciensermeßbuch, so daß man mit Recht von einem MISSALE CISTERCIENSE sprechen kann und nicht nur von einem MISSALE ROMANUM CISTERCIENSE.








CISTERTIUM MATER NOSTRA


Mit freundlicher Genehmigung der Schweizer Abtei Frauenthal O.Cist.

MARIA, SIDUS GEMMAQUE VIRGINUM,
CISTERCIENSES DIRIGE SUBDITOS,
QUI TE PATRONAM CONFITENTUR
AEDIBUS, OFFICO, FERVORE.

20. JUNI

PATET PORTA MAGIS COR
KLOSTER HIMMELPFORT
B.M.V. de Coeli Porta S.O.Cist.

Unter dem Titel einer virtuellen Cella ( eine Cella ist die kleinste mögliche Klostereinheit ) soll das Andenken an ein demütiges Cisterzienserkloster in der Mark Brandenburg aufleben. B.M.V. de Coeli Porta Himmelpfort ) war die letzte und kleinste Neugründung der Abtei Lehnin. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Himmelpfort ) Spät gegründet, mit problematischen Ländereien auestattet, die sich teilweise in verschiedenen Herrschaftsbereichen befanden, hat diese kleine Schule des Herrendienstes wenig gute Zeiten erlebt. Schließlich ging sie in den Wirren der lutherischen Revolution unter.- Wenig ist übrig geblieben: ein ruinenhaftes Kirchenschiff, ein stark veränderter Ostchor, der heute der evangelischen Gemeinde Himmelpfort als Pfarrkirche dient und ein Brauereigebäude, das vor einigen Jahren abbrannte.- Die Beiträge in diesem Blog werden vorzüglich aus dem liturgischen Bereich der Cisterciensergewohnheiten bestehen. Möglicherweise kann es auch einmal Mitteilungen aus der übrigen benediktinischen Familie geben. Cistercienserenthusiasten und andere Gäste sind herzlich willkommen.

Cella B.M.V. de Porta Coeli wird bis voraussichtlich bis zum 05. Juli unregelmäßig erscheinen. Ich bitte alle Leser um Nachsicht.

Friede allen! Frater Alberich

MARTYROLOGIUM CISTERCIENSE

20. JUNI – Der Heimgang des heiligen Papstes und Blutzeuge Silverius. Er weigerte sich, den häretischen Bischof Anthimus, der von seinem Vorgänger Agapitus abgesetzt worden war, wieder in sein Amt einzusetzen. Darum wurde er auf Betreiben der Kaiserin Theodora von Belisar auf die Insel Ponza in Verbannung geschickt. Hier mußte er für den katholischen Glauben so viele Mühseligkeiten erdulden, daß er vor Erschöpfung dahinschied.
Zu Rom das Hinscheiden des heiligen Novatus. Er war der Bruder des heiligen Priesters Timotheus. Sie waren von den Aposteln im Glauben unterrichtet worden. Ihre Schwestern waren die Christus geweihten Jungfrauen Pudentiana und Praxedes.
Zu Tomi im Pontus die heiligen Blutzeugen Paulus und Cyriacus. Ferner anderwärts eine große Anzahl anderer heiliger Martyrer, Bekenner und Jungfrauen. R. Dank sei Gott.

LESUNG AUS DER REGEL UNSERES


HLST. VATERS BENEDIKTUS

Kapitel 13 – Der Gottesdienst am Tage

20. JUNI - Es gelte was der Prophet sagt: "Siebenmal am Tag singe ich dein Lob". Diese geheiligte Siebenzahl wird von uns dann erfüllt, wenn wir unseren schuldigen Dienst leisten zur Zeit von Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet; denn von diesen Gebetsstunden am Tag sagt der Prophet: "Siebenmal am Tag singe ich dein Lob." Von den nächtlichen Vigilien sagt derselbe Prophet: "Um Mitternacht stehe ich auf um dich zu preisen." Zu diesen Zeiten lasst uns also unserem Schöpfer den Lobpreis darbringen wegen seiner gerechten Entscheide, nämlich in Laudes, Prim, Terz, Sext, Non Vesper und Komplet. Auch in der Nacht lasst uns aufstehen, um ihn zu preisen.

MENOLOGIUM ( HEILIGENVERZEICHNIS )
DES HL. CISTERCIENSERORDENS

20. JUNI – HODIE VACAT 

DREIZEHNLINDEN
Im folgenden etwas für das Gemüt. Auszüge aus dem
romantischen Epos von Karl Friedrich von Weber über die segensreiche Tätigkeit der Benediktiner in deutschen Lande.

DIE METTE
Aus den Tannenwipfeln ragte
Eines Türmleins spitzer Kegel,
First und Giebel eines Klosters
Nach Sankt Benediktus' Regel.
*
Drauf erschien der Pater Biso,
Dürr und schmal, gebückt zur Erde,
Sprößling eines ungetauften
Freilings in der Diemelbörde,
Der bei Donars Hammer fluchte,
Wenn im Feld der Weißkopf säumte,
Wenn er, statt ein Roß zu tummeln,
Unterm Schlehdorn lag und träumte;
Oder wenn er auf des fremden
Klausners Unterweisung lauschte,
Der mit schönen Südlandssagen
Ihm das durst'ge Herz berauschte.
Halt den Frühlingswind am Flügel,
Wenn er schwärmt durch Buchenhallen:
Kurze Zeit, der junge Sachse
War ein Zögling von St. Gallen;
Kurze Zeit, zu Dreizehnlinden
Schrieb das Mönchlein unverdrossen
Römerweisheit, Griechenweisheit
Band auf Band und Gloss' auf Glossen.
Heute mocht' ihm wärmre Röte
Die gebleichte Wange malen:
»Eben setzt' ich Gloria Deo
Unter Tacitus' Annalen!« –
Beda war es, der ihm folgte,
Der geliebte und gelehrte.
Fern am Cheviot mit dem Vater
Ging er auf des Rotwilds Fährte;
Klomm zum Felsenhorst des Adlers,
Nahm der Wölfin ihre Jungen,
Brachte Moos und Kraut und Wurzeln
Heim von seinen Wanderungen,
Und, was Hirt und Jäger kennen,
Mancher Art Gesam' und Blüte,
Wohlerprobt, Gebrest zu heilen
Mancher Art durch Gottes Güte.
Fromme Kunst, des Leibs zu walten,
Frömmre, Seelenschmerz zu lindern:
Beider pflog der gute Beda
An den lieben Menschenkindern.
Über dunkle Dinge grübelnd
Dacht' er jetzo: »Runen lesen,
Sprüche wispern, Zauber kochen
Ist ein heidnisch unhold Wesen;
Doch die Kenntnis, Heil zu wirken
Durch die Macht des Blicks alleine,
Wie Karadrius, der Vogel,
O sie wäre schön wie keine!
Schön; auch gut? Du bannst das Arge,
Doch es trägt dir Fluch statt Segen.
Laß mich, Herr, in Einfalt wandeln
Helles Aug's auf hellen Wegen!« –

DIE REGEL DES HL. BASILIUS
H. AUFNAHME UND ENTLASSUNG
2. Von der Aufnahme

Wollen Verheiratete sich diesem Leben anschließen, so müssen sie gefragt werden, ob sie es mit beidseitiger Einwilligung tun nach der Anordnung des Apostels: „Der Mann hat kein Verfügungsrecht über seinen Leib usf.“ Daher muß ein solcher, wenn er bei uns eintreten will, vor mehreren Zeugen aufgenommen werden. Denn nichts geht über den Gott geschuldeten Gehorsam. Ist aber der eine Teil nicht einverstanden und widersetzt sich, indem er sich wenig um das Wohlgefallen Gottes kümmert, so denke man an den Apostel, der sagt: „Zum Frieden hat Gott uns berufen,“ auf daß das Gebot des Herrn erfüllt werde: „Wenn jemand zu mir kommt, und seinen Vater, seine Mutter, sein Weib, seine Kinder usw. nicht haßt, so kann er mein Jünger nicht sein.“ Denn nichts geht über den Gehorsam gegen Gott. Wir wissen aber, daß bei vielen oft anhaltendes Gebet und unablässiges Fasten das Ziel eines keuschen Wandels erreicht hat, indem der Herr die durchaus Widerspenstigen oft durch körperliche Not dahin führt, sich für das Richtige zu entscheiden.

LITURGISCHER KALENDER O. Cist. - JUNI
nach der Ordnung von 1963

20. - Alb. - Fer. 3 – Laud. Com. des S. SILVERIUS, PAPA & MART. Qui vult…& B.M.V - In mis. - or. 2 de S. SILVERIO – Gl. - praef. communis – Vesp. de fer. – Com. B.M.V -

20. - grün - Dienstag - Fer. III - de ea - Ferialtag - in Laudes: Com. des HL. SILVERIUS, PAPST & MART. Qui vult…& B.M.V - in missa: vom 2. Sonntag n. Pfingsten - kein Gloria - 2. Oration vom HL. SILVERIUS - kein Credo - Präf. communis - Vesp. vom Tag - Com. B.M.V -

HINWEIS

Die Angaben zur jeweiligen Tagesmesse beziehen sich auf das Cisterciensermissale. Es ist in dankenswerter Weise von Enthusiasten aus dem Umfeld der Abtei Mariawald ( Cistercienser von der strengeren Observanz ) veröffenlicht worden. Die Übersetzungen ins Deutsche sind im vollen Gange. Hier wird man fündig:www.mariawalder-messbuch.de Etwas wunderlich ist die Bezeichnung MARIAWALDER MESSBUCH. Wir haben es aber hier ganz einfach mit dem MISSALE CISTERCIENSE zu tun, das bis zur liturgischen Revolution nach dem Vat.II von beiden Cistercienserobservanzen benutzt wurde.
Zu diesem Missale ist folgendes zu sagen: Schon im 17. Jahrhundert wurde offensichtlich, daß viele Priestermönche des Cistercienserordens den römischen Ritus ihrem eigenen cisterciensischen vorzogen. Obwohl noch das Konzil von Trient (1545-1563) die Eigenriten bestätigt hatte, konnten die Generalkapitel des 17. Jahrhunderts nur noch teilweise verhindern, daß das Missale Romanum auch in den Klöstern des Ordens gebraucht wurde. Die neu herausgegebenen Meßbücher ab 1657 waren im Grunde Ausgaben des Missale Romanum mit cisterciensischen Adaptationen.
Die Unterschiede sind aber gar nicht so klein, wie gerne behauptet wird. Es gibt Heiligenfeste mit Texten, die das Missale Romanum nicht kennt. Mitunter sind auch an Sonntagen des Kirchenjahres die Perikopen und Texte der Meßgesänge nicht identisch. Bei gemeinsamen Heiligenfesten sind mitunter einzelne Texte der Meßgesänge verschieden. Verschieden sind auch die Weiheriten der Kerzen an Lichtmeß, am Aschermittwoch und Palmsonntag. Die Karfreitagsliturgie hat stellenweise ihre eigene Form, sowie die Feier der Osternacht.
Es ist also noch viel Eigengut im Cisterciensermeßbuch, so daß man mit Recht von einem MISSALE CISTERCIENSE sprechen kann und nicht nur von einem MISSALE ROMANUM CISTERCIENSE.










Dienstag, 13. Juni 2017



CISTERTIUM MATER NOSTRA



Mit freundlicher Genehmigung der Schweizer Abtei Frauenthal O.Cist.

MARIA, SIDUS GEMMAQUE VIRGINUM,
CISTERCIENSES DIRIGE SUBDITOS,
QUI TE PATRONAM CONFITENTUR
AEDIBUS, OFFICO, FERVORE.

14. JUNI

PATET PORTA MAGIS COR

KLOSTER HIMMELPFORT
B.M.V. de Coeli Porta S.O.Cist.

Unter dem Titel einer virtuellen Cella ( eine Cella ist die kleinste mögliche Klostereinheit ) soll das Andenken an ein demütiges Cisterzienserkloster in der Mark Brandenburg aufleben. B.M.V. de Coeli Porta Himmelpfort ) war die letzte und kleinste Neugründung der Abtei Lehnin. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Himmelpfort ) Spät gegründet, mit problematischen Ländereien auestattet, die sich teilweise in verschiedenen Herrschaftsbereichen befanden, hat diese kleine Schule des Herrendienstes wenig gute Zeiten erlebt. Schließlich ging sie in den Wirren der lutherischen Revolution unter.- Wenig ist übrig geblieben: ein ruinenhaftes Kirchenschiff, ein stark veränderter Ostchor, der heute der evangelischen Gemeinde Himmelpfort als Pfarrkirche dient und ein Brauereigebäude, das vor einigen Jahren abbrannte.- Die Beiträge in diesem Blog werden vorzüglich aus dem liturgischen Bereich der Cisterciensergewohnheiten bestehen. Möglicherweise kann es auch einmal Mitteilungen aus der übrigen benediktinischen Familie geben. Cistercienserenthusiasten und andere Gäste sind herzlich willkommen.

Friede allen! Frater Alberich

MARTYROLOGIUM CISTERCIENSE

14. JUNI – In Caesarea in Kappadokien die Bischofsweihe unseres heiligen Vaters und des Kirchenlehrers Basilius. Zu Zeiten des Kaisers Valens war er hochberühmt ob seiner Lehre, seiner großen Weisheit und geziert durch viele Tugenden.
Zu Samaria in Palästina der heilige Prophet Eliseus. Der heilige Hieronymus berichtet, daß sein Grab dort ist, wo auch der Prophet Abdias ruht.
Zu Soissons in Frankreich die heiligen Blutzeugen Valerius und Rufinus. Sie wurden in der diokletianischen Verfolgung auf Befehl des Statthalters Rictiovarus nach vielen Folterungen enthauptet.
In Orleans die Übertragung des heiligen Bischofs und Bekenners Anianus.
Am selben Tag der heilige Priester und Bekenner Quinctianus. Ferner anderwärts eine große Anzahl anderer heiliger Martyrer, Bekenner und Jungfrauen. R. Dank sei Gott.

LESUNG AUS DER REGEL UNSERES


HLST. VATERS BENEDIKTUS

Kapitel 11 – Die Ordnung der Vigilien am Sonntag

14. JUNI - Am Sonntag steht man zu den Vigilien früher auf. Für diese Vigilien gilt folgende Ordnung: Zuerst werden sechs Psalmen und der Versikel gesungen. Wenn hierauf alle in rechter Haltung und Reihenfolge auf ihren Plätzen sitzen, werden aus dem Buch vier Lesungen vorgetragen, dazu die Responsorien. Nur beim vierten Responsorium fügt der Vorsänger das "Ehre sei dem Vater" an; sobald er anstimmt, erheben sich alle in Ehrfurcht. die Lesungen folgen die nächsten sechs Psalmen mit Antiphonen wie zuvor und der Versikel. Dann liest man nach der angegebenen Ordnung wieder vier Lesungen mit Responsorien. Danach werden drei Cantica aus den Propheten gesungen, die der Abt bestimmt; diese Cantica singt man mit "Alleluja". Nach dem Versikel und dem Segen des Abtes werden nach der gleichen Ordnung vier Lesungen aus dem Neuen Testament vorgetragen. Nach dem vierten Responsorium beginnt der Abt den "Hymnus" Dich, Gott loben wir. Anschließend trägt der Abt, einen Abschnitt aus dem Evangelium vor, bei dem alle in Ehrfurcht stehen. Nach dem Evangelium antworten alle: "Amen". Der Abt schließt sogleich den Hymnus "dir gebührt Lob" an. Nach dem Segen beginnen die Laudes. Diese Ordnung der Vigilien bleibt an allen Sonntagen gleich, im Sommer wie im Winter, Wenn man aber zu spät aufsteht was ferne sei, werden Lesungen oder Responsorien gekürzt. Doch sorge man auf jede Weise dafür, dass es nicht vorkommt. Wenn es doch geschieht, tue der, durch dessen Nachlässigkeit es verursacht wurde, vor Gott im Oratorium geziemend Buße.

MENOLOGIUM ( HEILIGENVERZEICHNIS )
DES HL. CISTERCIENSERORDENS

14. JUNI – Gedächtnis des seligen Pavo, auch Paul genannt, Konversbruder in Lokkum.
( Nach dem Menologium von P. Adolf Dietrich S.O.Cist.)

DREIZEHNLINDEN
Im folgenden etwas für das Gemüt. Auszüge aus dem
romantischen Epos von Karl Friedrich von Weber über die segensreiche Tätigkeit der Benediktiner in deutschen Lande.
DIE METTE
Aus den Tannenwipfeln ragte
Eines Türmleins spitzer Kegel,
First und Giebel eines Klosters
Nach Sankt Benediktus' Regel.
*
Erstlich schritt herein der greise
Abt Warin, voll Kraft und Würde,
Stumpf und stark; die Last der Jahre
Beugt' ihn und des Amtes Bürde.
Ekberts Sohn, des Sachsenherzogs,
Frankenfürst vom Mutterblute,
Unter die Ardennenwölfe
Sprang er froh mit keckem, Mute;
In der Kämpfer dichte Knäuel
Sprang er kühn in zwanzig Schlachten;
Ronzeval im heißen Spanien
Lehrt' ihn Zeit und Welt verachten.
Ronzeval! Die Heiden tobten,
Flammen sprühte Durindane,
Olifant zerbarst im Dröhnen,
Dennoch sank die Kreuzesfahne.
Und der Abt, in manchem Traume
Ächzt' er noch in Kampfeswettern,
Hört' er seines jungen Kämpen
Letztes Jauchzen, letztes Schmettern.
Durch die Heldenseele rauschte
Jetzt des Rolandsliedes Weise
Wild und schmerzlich: »Vanitatum
Vanitas!« erseufzt' er leise. –
Warkward drauf, der Pater Prior,
Echtes Reis vom Stamm der Sachsen,
Lichtes Haars mit blauen Augen,
Schulterbreit und hochgewachsen.
Von der Lippe weich und üppig
Floß sein Bart in langen Locken,
Oft beim Grübeln durch die Finger
Glitten ihm die goldnen Flocken.
Wo der Weser blaue Fluten
Durch das Felsentor sich bahnen
Ihren Weg ins weite Flachland,
Lag der Freihof seiner Ahnen.
Wortgewandt und zungenfertig,
Lernt' er aller Männer Rede;
Scharf und schneidig zu gebrauchen
Wußt' er sie in mancher Fehde.
Fuhr er auf, die Augen blitzten,
Glüh vom Sachsentrotz, dem alten;
Doch er konnte starken Willens
Seinen Zorn im Zügel halten,
Denn er dient' in Mannentreue
Seinem Herzog, Gottes Sohne,
Der da führt das Kreuz im Banner
Und die blut'ge Dornenkrone.
Fern, noch fern! – Zum Hochaltare
Hub er fromm die Seherblicke:
»Herr der Welt, in Gnaden füge
Meines Vaterlands Geschicke!« –
Heribert, der bleiche Denker,
Folgt' ihm nach mit sachten Schritten;
Wo die Mosel rauscht, da standen
Seines Heimatdorfes Hütten.
In der gallischen Corbeia
Saß der Jüngling viele Jahre,
Harrend, daß das nie Erforschte
Weiser Mund ihm offenbare,
Die Gesetze, die der großen,
Die der kleinen Welt gebieten,
Bis er sich beschränkt' und senkte
In den Geist des Stagiriten.
Jetzt erwog er das Problema,
Ob der Tugend milde Flamme
Aus Belehrung und Erfahrung
Oder aus dem Herzen stamme. –

DIE REGEL DES HL. BASILIUS
H. AUFNAHME UND ENTLASSUNG
2. Von der Aufnahme

Da der gütige Gott und unser Erlöser Jesus Christus verkündigt und sagt: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“, so ist es nicht ungefährlich, solche abzuweisen, die durch uns zum Herrn kommen wollen, um sein süßes Joch und die Bürde seiner Gebote, die und zum Himmel emporhebt, auf sich zu nehmen. Es darf aber nicht zugegeben werden,daß jemand mit ungewaschenen Füßen zu der ehrwürdigen Lehre hinzutrete. Sondern wie Jesus den Jüngling, der zu Ihm kam, über sein früheres Leben befragte und, als er erfuhr, es sei in Ordnung gewesen, ihm gebot, das zur Vollkommenheit noch Fehlende hinzuzufügen, und ihm dann erst zu folgen erlaubte, so müssen offenbar auch wir das Vorleben jener kennenlernen, die bei uns eintreten wollen. Denen, die schon recht gewandelt sind, können wir die Lehren des vollkommenen Lebens beibringen, bei solchen aber, die entweder ein schlechtes Leben aufgeben oder aus einem gleichgültigen in das geordnete Leben der Gotteserkenntnis übergehen, gilt es zu untersuchen, wie beschaffen ihre Sitten und ob sie unbeständig und in ihren Urteilen schwankend sind.
Denn solche Menschen sind ihres Wankelmutes wegen verdächtig. Abgesehen davon, daß sie sich selbst nichts nützen, schaden sie den anderen, indem sie Schmähungen, Lügen und schändliche Verleugnungen gegen unser Werk ausstreuen. Da aber durch Sorgfalt alles gebessert wird und die Gottesfurcht die verschiedenartigen Gebrechen der Seele überwindet, so darf man an ihnen nicht sofort verzweifeln. Man muß sie zu den angemessenen Übungen anleiten, um mit der Zeit und auf Grund angestrengter Übungen ihre Gesinnung kennenzulernen und sie, falls wir einige Standhaftigkeit bei ihnen finden, ohne Gefahr zuzulassen; wenn aber nicht, sie zu verabschieden, solange sie noch draußen sind, so daß der Versuch nicht der Brüderschaft zum Nachteil gereicht. Auch muß man prüfen, ob jemand, der früher in Sünden verstrickt war, die verborgene Schande ohne Scheu bekennt und sein eigener Ankläger wird und damit auch die Genossen seiner bösen Werke beschämt und von sich weist. Übrigens müssen alle ohne Ausnahme darin geprüft werden, ob sie, ohne sich zu schämen, zu jeder Demütigung bereit sind, so daß sie auch die geringsten Arbeiten übernehmen. Besonders wenn einer von einem üppigen Leben zur Demut nach dem Beispiel unseres Herrn Jesus Christus herzueilt, soll man ihm einiges vorschreiben, was bei den Weltmenschen schmachvoll scheint, und genau darauf achten, ob er sich aus ganzem Herzen Gott als ein Diener darstellt, der sich nicht schämt.

LITURGISCHER KALENDER O. Cist. - JUNI
nach der Ordnung von 1963

14. - Alb. - Fer. 4 - S. BASILIUS MAGNUS, EP. & ECCL. DOCT. - iii Lect. - Laud. com. B.M.V.- In mis. - or. una – Gl. - praef. communis – Vesp. de seq. festo – sine Com. -



14. - weiß - MittwochFer. IV - HL. BASILIUS DER GROSSE, BISCH. & KIRCHENLEHRER - iii Lect.- in Laudes: Com. B.M.V - in missa: Gloria - 1 Oration - Präf. communis - Vesp. vom folg. Fest - Sonntagspsalmen - keine Com.-

HINWEIS

Die Angaben zur jeweiligen Tagesmesse beziehen sich auf das Cisterciensermissale. Es ist in dankenswerter Weise von Enthusiasten aus dem Umfeld der Abtei Mariawald ( Cistercienser von der strengeren Observanz ) veröffenlicht worden. Die Übersetzungen ins Deutsche sind im vollen Gange. Hier wird man fündig:www.mariawalder-messbuch.de Etwas wunderlich ist die Bezeichnung MARIAWALDER MESSBUCH. Wir haben es aber hier ganz einfach mit dem MISSALE CISTERCIENSE zu tun, das bis zur liturgischen Revolution nach dem Vat.II von beiden Cistercienserobservanzen benutzt wurde.
Zu diesem Missale ist folgendes zu sagen: Schon im 17. Jahrhundert wurde offensichtlich, daß viele Priestermönche des Cistercienserordens den römischen Ritus ihrem eigenen cisterciensischen vorzogen. Obwohl noch das Konzil von Trient (1545-1563) die Eigenriten bestätigt hatte, konnten die Generalkapitel des 17. Jahrhunderts nur noch teilweise verhindern, daß das Missale Romanum auch in den Klöstern des Ordens gebraucht wurde. Die neu herausgegebenen Meßbücher ab 1657 waren im Grunde Ausgaben des Missale Romanum mit cisterciensischen Adaptationen.
Die Unterschiede sind aber gar nicht so klein, wie gerne behauptet wird. Es gibt Heiligenfeste mit Texten, die das Missale Romanum nicht kennt. Mitunter sind auch an Sonntagen des Kirchenjahres die Perikopen und Texte der Meßgesänge nicht identisch. Bei gemeinsamen Heiligenfesten sind mitunter einzelne Texte der Meßgesänge verschieden. Verschieden sind auch die Weiheriten der Kerzen an Lichtmeß, am Aschermittwoch und Palmsonntag. Die Karfreitagsliturgie hat stellenweise ihre eigene Form, sowie die Feier der Osternacht.
Es ist also noch viel Eigengut im Cisterciensermeßbuch, so daß man mit Recht von einem MISSALE CISTERCIENSE sprechen kann und nicht nur von einem MISSALE ROMANUM CISTERCIENSE.








Montag, 12. Juni 2017



CISTERTIUM MATER NOSTRA


Mit freundlicher Genehmigung der Schweizer Abtei Frauenthal O.Cist.

MARIA, SIDUS GEMMAQUE VIRGINUM,
CISTERCIENSES DIRIGE SUBDITOS,
QUI TE PATRONAM CONFITENTUR
AEDIBUS, OFFICO, FERVORE.

13. JUNI

PATET PORTA MAGIS COR

KLOSTER HIMMELPFORT
B.M.V. de Coeli Porta S.O.Cist.

Unter dem Titel einer virtuellen Cella ( eine Cella ist die kleinste mögliche Klostereinheit ) soll das Andenken an ein demütiges Cisterzienserkloster in der Mark Brandenburg aufleben. B.M.V. de Coeli Porta Himmelpfort ) war die letzte und kleinste Neugründung der Abtei Lehnin. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Himmelpfort ) Spät gegründet, mit problematischen Ländereien auestattet, die sich teilweise in verschiedenen Herrschaftsbereichen befanden, hat diese kleine Schule des Herrendienstes wenig gute Zeiten erlebt. Schließlich ging sie in den Wirren der lutherischen Revolution unter.- Wenig ist übrig geblieben: ein ruinenhaftes Kirchenschiff, ein stark veränderter Ostchor, der heute der evangelischen Gemeinde Himmelpfort als Pfarrkirche dient und ein Brauereigebäude, das vor einigen Jahren abbrannte.- Die Beiträge in diesem Blog werden vorzüglich aus dem liturgischen Bereich der Cisterciensergewohnheiten bestehen. Möglicherweise kann es auch einmal Mitteilungen aus der übrigen benediktinischen Familie geben. Cistercienserenthusiasten und andere Gäste sind herzlich willkommen.

Friede allen! Frater Alberich

MARTYROLOGIUM CISTERCIENSE

13. JUNI – Zu Rom, an der Via Adreatina, der Heimgang der heiligen Jungfrau und Blutzeugin Felicula. Sie wollte weder einen gewissen Flaccus heiraten noch den Götzen opfern. Darum wurde sie dem Richter übergeben. Da sie dem Bekenntnis Christi treu blieb, ließ dieser sie in einem dunklen Kerker schmachten und halb verhungern. Dann wurde sie mißhandelt, bis sie den Geist aufgab. Dann warf man sie in eine Kloake. In Afrika die heiligen Blutzeugen Lukianus Fortunatus und Crescentianus. Zu Cordoba in Spanien der heilige Priester Fandila. Er wurde enthauptet und erlitt so das Martyrium.
In Padua der heilige Priester, Bekenner und Kirchenlehrer Antonius aus dem Orden der Minderen Brüder. Er stammte aus Lissabon in Portugal. Sein Leben, seine Wunder und seine Predigergabe machten ihn berühmt. Es war noch kein Jahr nach seinem Tode vergangen, als Papst Gregorius IX. ihn heiligsprach. Ferner anderwärts eine große Anzahl anderer heiliger Martyrer, Bekenner und Jungfrauen. R. Dank sei Gott.

LESUNG AUS DER REGEL UNSERES


HLST. VATERS BENEDIKTUS

Kapitel 10 – Die Ordnung der Vigilien im Sommer

13. JUNI - Von Ostern bis zum November wird die schon erwähnte volle Zahl der Psalmen beibehalten. Die Lesungen aus dem Buch entfallen jedoch, weil die Nächte kurz sind; statt der drei Lesungen wird eine aus dem Alten Testament auswendig vorgetragen. Darauf folgt ein kurzes Respon - sorium. Alles andere wird gehalten, wie bereits gesagt. Zu den nächtlichen Vigilien werden also, abgesehen von Psalm 3 und Psalm 94, niemals weniger als zwölf Psalmen gesungen.

MENOLOGIUM ( HEILIGENVERZEICHNIS )
DES HL. CISTERCIENSERORDENS

13. JUNI – Gedächtnis der seligen Hadwida, Äbtissin von Bardenburg in Luxemburg. Strenge Askese und großherzige Wohltätigkeit zeichnete sie aus.
( Nach dem Menologium von P. Adolf Dietrich S.O.Cist.)

In Clairvaux das Hinscheiden des seligen Gerhard, leiblicher Bruder unseres hl. Vaters Bernhard. Sein Fest wird am 20. Januar gefeiert.

Stapehill in England seliger Heimgang der ehrwürdigen Mutter Augustina de Chabanne, Priorin des Klosters B.M.V. vom Hl. Kreuz. Sie war ursprünglich Nonne des Klosters St. Antonius in Campis zu Paris. Während der französischen Revolution kam sie in Kerkerhaft und sollte ermordet werden. Nach langen Irrfahrten gelangte sie nach England und gründete das Kloster U.L. Frau zum Hl. Kreuz.

Im Jahr des Herrn 1893 Gründung des Klosters B.M.V. de Bellaevallis.

DREIZEHNLINDEN
Im folgenden etwas für das Gemüt. Auszüge aus dem
romantischen Epos von Karl Friedrich von Weber über die segensreiche Tätigkeit der Benediktiner in deutschen Lande.
DIE METTE
Aus den Tannenwipfeln ragte
Eines Türmleins spitzer Kegel,
First und Giebel eines Klosters
Nach Sankt Benediktus' Regel.
*
Mitternacht! Durch ferne Schluchten
Klingt das Klosterglöcklein helle:
Fromme Schläfer, schwarze Mönche,
Werdet wach in eurer Zelle;
Werdet wach, ihr frommen Schläfer!
Von dem harten Strohsackbette
Ruft des Ordens strenge Regel
In die Kirche zu der Mette;
In die Kirche, wo die Pfeiler
Wie gebannte Hünen ragen,
Die das schwere Steingewölbe
Keichend auf den Schultern tragen;
Wo die stillen, weißen Bilder
An den grauen Wänden schimmern,
Wo im Chor die ew'ge Lampe
Und geweihte Kerzen flimmern.
Jetzt, mein Lied, du scheue Jungfrau,
An die Stirne leg den Finger,
Sinne wach: du mußt mir nennen
All die Beter, all die Sänger;
Heimatland und Los der Männer,
Die da zu den Sitzen traten,
Und was jeder eben dachte,
Mußt du raten und verraten;
Alles, ob auch das und dieses
Herb und ungebührlich scheine:
Die du zeigst, sie waren Menschen,
Gute Menschen, wie ich meine. –

DIE REGEL DES HL. BASILIUS
H. AUFNAHME UND ENTLASSUNG
I. Von den Knabenschulen
Wir fügen hinzu, daß bestimmte Künste schon gleich von Kindheit auf geübt werden sollen und daß, wenn Knaben zu deren Erlernung fähig scheinen, sie nicht abgehalten werden dürfen, den Tag bei den Lehrern der Kunst zuzubringen. Nachts werden wir sie natürlich wieder zu ihren Altersgenossen schicken, mit denen zusammen sie auch immer die Mahlzeiten einnehmen sollen.

LITURGISCHER KALENDER O. Cist. - JUNI
nach der Ordnung von 1963

13. - Vir. - Fer. 3 - De ea - Laud. com. B.M.V.- In mis. de Dom. I post Pent. - or. una – praef. communis – Vesp. de seq. – Magn. ant. O doctor…- Com. B.M.V. -



13. - grün – Dienstag - Fer. III - de ea - Ferialtag - in Laudes: Com. B.M.V. - in missa: vom 1. Sonntag n. Pfingsten - kein Gloria - 1 Oration - Präf. communis - Vesp. vom folg. Tag – Magn. ant. O doctor…- Com. B.M.V-

HINWEIS

Die Angaben zur jeweiligen Tagesmesse beziehen sich auf das Cisterciensermissale. Es ist in dankenswerter Weise von Enthusiasten aus dem Umfeld der Abtei Mariawald ( Cistercienser von der strengeren Observanz ) veröffenlicht worden. Die Übersetzungen ins Deutsche sind im vollen Gange. Hier wird man fündig:www.mariawalder-messbuch.de Etwas wunderlich ist die Bezeichnung MARIAWALDER MESSBUCH. Wir haben es aber hier ganz einfach mit dem MISSALE CISTERCIENSE zu tun, das bis zur liturgischen Revolution nach dem Vat.II von beiden Cistercienserobservanzen benutzt wurde.

Zu diesem Missale ist folgendes zu sagen: Schon im 17. Jahrhundert wurde offensichtlich, daß viele Priestermönche des Cistercienserordens den römischen Ritus ihrem eigenen cisterciensischen vorzogen. Obwohl noch das Konzil von Trient (1545-1563) die Eigenriten bestätigt hatte, konnten die Generalkapitel des 17. Jahrhunderts nur noch teilweise verhindern, daß das Missale Romanum auch in den Klöstern des Ordens gebraucht wurde. Die neu herausgegebenen Meßbücher ab 1657 waren im Grunde Ausgaben des Missale Romanum mit cisterciensischen Adaptationen.
Die Unterschiede sind aber gar nicht so klein, wie gerne behauptet wird. Es gibt Heiligenfeste mit Texten, die das Missale Romanum nicht kennt. Mitunter sind auch an Sonntagen des Kirchenjahres die Perikopen und Texte der Meßgesänge nicht identisch. Bei gemeinsamen Heiligenfesten sind mitunter einzelne Texte der Meßgesänge verschieden. Verschieden sind auch die Weiheriten der Kerzen an Lichtmeß, am Aschermittwoch und Palmsonntag. Die Karfreitagsliturgie hat stellenweise ihre eigene Form, sowie die Feier der Osternacht.
Es ist also noch viel Eigengut im Cisterciensermeßbuch, so daß man mit Recht von einem MISSALE CISTERCIENSE sprechen kann und nicht nur von einem MISSALE ROMANUM CISTERCIENSE.